Ein Besuch in einem äthiopischen Haus, ob auf dem Land oder in der Stadt, beinhaltet immer eine Kaffee-Zeremonie.
In der Regel trinkt man morgens, mittags und abends je drei kleine Tassen frisch gebrauten schwarzen Arabica Kaffee.

Mehrere Zubereitungsschritte folgen sich, bis die dampfende Tasse auf dem Tisch steht oder direkt in deiner Hand landet. Zuerst wird in einer kleinen Schale Weihrauch angezündet. Auf einem Kohlebecken ist die Glut entfacht, darüber werden in einem kleinen Keramiktopf oder auch auf einem einfachen Blech die noch grünen Kaffeebohnen geröstet.


Die gerösteten Bohnen werden im Mörser zerstampft und in einem Keramiktopf im heissen Wasser direkt über der Glut aufgebrüht. Der Kaffee wird in der Regel schwarz getrunken.


Natürlich gibt es in den modernen Cafés auch Cappuccino und weitere Spezialitäten mit Milch und Zucker. Und im Supermarkt findet man eine grosse Auswahl an Arabica Bohnen, geröstet oder in verschiedenen Mahlgraden aus verschiedenen Regionen des Landes. Äthiopien ist einer der grössten Kaffee-Exporteure der Welt und die Einnahmen daraus machen einen wichtigen Anteil des Bruttoinlandprodukts aus.


Im Kaffehaus Tomoca in Addis Abeba – eines der ältesten Cafés der Stadt – lässt sich das alles ausprobieren und die Bohnen erwerben. Man trinkt den Kaffee im Stehen, wie in einer italienischen Espressobar.


Zum Kaffeetrinken braucht man in Äthiopien vor allem eines: eine Portion Musse, die Zubereitung braucht so ihre Zeit und ist ein willkommener Anlass, Neuigkeiten auszutauschen oder sich kennen zu lernen.
Einkaufen kann man das Kaffeezubehör und auch die grünen Bohnen auf dem grossen Mercato in Addis Abeba. Gut verhandeln bei den Preisen gehört dazu und als wiederkehrende Kundin erhält man auch schon mal eine herzliche Umarmung.

